Uncategorized

Gedanken, Regen (und wie Japan nach Europa kommt)

Seit elf Monaten in Japan: meine Freunde und ich vergleichen die Zeit hier immer mit einer große Seifenblase – man denkt dass man die Dinge klar sieht und doch scheinen sie immer irgendwie verzerrt zu sein. Es ist sehr interessant für mich zu sehen wie meine Erlebnisse mit Berichten von anderen Austauschstudenten in Japan übereinstimmen. Dass man jeden Tag angestarrt wird und immer automatisch als Amerikaner gilt sind dabei die normalsten Momente.

Wenn ich an die ersten Wochen denke: Jetlag, kein Wort verstanden und diese komplett neue Umgebung. Aus irgendeinem Grund dachte ich bevor ich her kam, dass ich mit „kore wa nan desu ka“ also „Was ist das“ die Sprache schon lernen werde. Habe dann doch schnell gemerkt dass dies nicht ausreicht – einfach ein „wakarimasen“ (Verstehe ich nicht) hinzufügen. Jeden Tag bis ein Uhr nachts Hausaufgaben gemacht weil ich quasi jedes Wort nachschlagen musste.. jetzt ist es nur noch jedes Dritte 😉 . Aber ich denke nun den Sinn einer Zimmermitbewohnerin zu verstehen – ich hatte mich beobachtet gefühlt und mehr gelernt. Dieses Semester verbessert sich mein Japanisch eher schlecht als recht.

Bin aber froh dass mein neues Hobby „alles zu filmen was geht“ ist und ich viele Erinnerungen festhalten kann. Meine Freunde aus Amerika die ja schon im Dezember nach Hause mussten sind ganz böse, weil ich damit nicht früher angefangen habe ;). Dies ist ein screenshot von einem winzigen Film den ich an einem der langen Regentage gemacht habe.

Bild 1

Gerade ist Regenzeit. Warm und schwül, heiß und schwül, kalt und schwül – schwitzen tut man immer. Alle sind müde und kaputt, auch die Lehrer. Sie versuchen den Unterricht für uns so toll wie möglich zu machen, doch oft sitzen wir einfach da mit langen Gesichtern und im Halbschlaf (echt, ich könnte den ganzen Tag schlafen!). Auch der immer strahlende Koreaner in meiner Klasse kann nur noch mit Mühe und Not gerade noch die Mundwinkel hochziehen. Es ist das Wetter, sagen wir immer. Auch verstehe ich nun warum die meisten Japaner immer so langsam gehen: Vorbereitung auf den Sommer! Ich gelte in Deutschland ja schon fast als Schildkröte, aber Japaner sind Schnecken. Doch mein „schneller Schritt“ am Morgen wendet sich stets gegen mich und das erste was ich im Klassenzimmer tue ist mich direkt unter die Klimaanlage zu stellen.. warum haben wir so etwas nicht auch überall?

Ich freue mich unendlich auf meine Familie und Freunde, meinen Kater und Käse und meine Schuhe – aber ich wünschte mir, dass Frankreich und Japan einfach mal die Plätze tauschen würden. Würde die Dinge einfacher machen! Werde mal einen Antrag stellen, vielleicht kommt er ja durch. No rist no fun, das ist mein Motto!

PS: überlege ob ich mein Wohnheim/haus filme.. ja, nein?! So eine Rundtour..

So das waren ein paar Gedanken zu der vergangenen und kommenden Zeit. Hier nun noch ein paar aktuelle Bilder von mir:

CIMG6069

CIMG6070

Advertisements

4 Kommentare zu “Gedanken, Regen (und wie Japan nach Europa kommt)

  1. Jaa! Wohnheim-Video!! Also von mir gibts zumindest einen Daumen hoch. Und was sind das für coole Fotos, wie witzig! Echt heftig, wie schnell die Zeit fliiiegt!

    • Okay, wird gemacht ^^! War gestern in einer Ausstellung im Bosten Museum of Art hier „Sisters in Art – Woman Painters and Designers“ oder so. Voll gut! Und wir kommen mit dem Ausweis von der Uni umsonst rein 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s